"Die Menschen wurden dazu gebracht, Dinge haben zu wollen, nach denen sie vorher nie verlangt haben."

Die Kehrseite der totalen Kommerzialisierung fast aller Lebensbereiche durch einen global herrschenden Kapitalismus sind die ungebändigte Gier und ein bizarrer Markenfetischismus, die immer mehr Menschen vereinnahmt haben.

Die hässliche "Geizistgeil-Fratze" lässt sich tagtäglich in allen Fussgängerzonen, Shopping Malls und Discountern besichtigen. Man wundert sich manchmal, wie gut diese Kaufgier bereits bei vielen antrainiert ist. Das Sonderangebot wird zum Leckerli für die Massen. Warum sollte man mit dem Konsumieren aufhören, wenn mehr sogar billiger als weniger ist? Happy Hours, All-you-can-eat-Angebote bei Ikea oder McDonalds und Billigsocken aus Taiwan bei Aldi Süd - das Kauf-, Ess- und Trinkverhalten vieler Menschen ist nur noch vom Geld und nicht mehr von den tatsächlichen Bedürfnissen abhängig. Es geht um ein gieriges Anhäufen von Dingen, die ein anderer ebenso gerne besessen hätte. Diese unstillbare Gier nach Mehr ist das verzerrte Spiegelbild eines Kapitalismus, der den globalen Markt mit billiger Massenware, produziert unter unmenschlichen Bedingungen, zuschüttet.

Ein weiterer Effekt für das Konsumverhalten der Menschen ist ein seit Jahren ins Bizarre gesteigerter Markenterror. Ob Marken-Turnschuh, das neueste Smartphone oder Apples iPad oder neue Automobilmodelle - es werden mit diesen Marken vorgelogene Lebensgefühle und Traumbilder verkauft. So steht ein Nike-Joggingschuh bei uns für Revolte und Transzendenz und besteht doch nur aus einem Stück Gummi und einem Stück Leder, die von einer Arbeiterin in Asien zusammengenäht wurde. Man kann sagen, welchen Lohn die Arbeiterin dafür bekommen hat und wie viele aktive Gewerkschafter gefeuert werden mussten, um ihren Lohn niedrig zu halten. Genauso kann man sagen, wie viele chinesische Arbeiterinnen sich während der Produktion des iPhone 5 bei Foxconn das Leben genommen haben.