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Heslach - ein Stadtteil mit Kontrasten

Heslach, das war die Arbeitervorstadt im Tal mit billigen und schlechten Wohnquartieren, mit vielen Industrie- und Handwerks-Betrieben und einer starken Arbeiterbewegung. Doch auch die romantischen Wege auf den zahlreichen Treppenwegen, den "Stuttgarter Stäffele" hinauf zu Weinbergen und Laubwaldbeständen und die viel zitierten "Halbhöhenlagen" sind prägende Bestandteile Heslachs. Der Stadtteil Heslach gehört seit 1950 zum Stadtbezirk Stuttgart-Süd. Stadtplanerisch galt er lange als vernachlässigter Bezirk.

Von den fünfziger bis weit in die siebziger Jahre hinein war die Stadtplanung geprägt von der Vision der „autofreundlichen Stadt“. Starker Autoverkehr galt als Synonym für Wirtschaftskraft. Unter dieser fehlerhaften Stadtplanung litt Heslach ganz besonders. Erst mit der Fertigstellung des Heslacher Tunnels wurde der Stadtteil von der Flut der etwa 50.000 Autos befreit, die sich täglich mitten durch das Wohngebiet quälten. Die Verödung von Teilen Heslachs gehört leider auch zur Wahrheit über diesen Stadtteil - zwischen Tatoo-Läden, halbgaren Wettbüros und zugesprayten Leerständen hat man nicht gerade den Eindruck, daß es dem Stadtteil gut geht.

Obwohl Heslach in den letzten 20 Jahren enorm an Wohn- und Lebensqualität zurück gewonnen hat, ist auch in unserem Stadtteil die soziale Schieflage gewachsen. Solange sich auf Kosten von Mietern Immobilienspekulanten unverschämte Gewinne einstreichen, so lange ist was faul in der Stuttgarter Kommune. Künftige Stadtentwicklung sollte von sozialer Fairness und energetisch nachhaltiger Bauweise geprägt und an den Wünschen der Bürger orientiert sein!

© 2020 Matthias Bürgel